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60 Jugendliche aus 17 Ländern feiern Europäischen Flussbadetag in Berlin

„Spree – sie gehört mir. Spree – sie gehört Dir. Spree. Sie gehört uns.“ Mit diesem Ruf feierten heute 60 Jugendliche aus 17 Ländern den Europäischen Flussbadetag „Big Jump“ auf der Insel der Jugend im Treptower Park. Berlin liegt zwar am Fluss, jedoch gibt es in der Stadtspree und ihren Kanälen keine offizielle Flussbadestelle. Die Aktion verleiht dem Wunsch nach Badestellen in urbanen Gewässern Ausdruck. Mit ihrer Teilnahme setzten die internationalen Teilnehmer_innen des Youth Network for River Action in Zusammenarbeit mit der GRÜNEN LIGA e.V. ein Zeichen für modernen, zukunftsorientierten Gewässerschutz.

Silke Gebel, Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin, ging in der Diskussion mit den Jugendlichen auf die sieben Forderungen des Big Jump Berlin ein. „Wasser ist wichtig für Berlin. Gut, dass es engagierte, junge Menschen gibt, die sich dafür stark machen. Diese Arbeit muss vom Land wahrgenommen und unterstützt werden. Deshalb habe ich die Schirmherrschaft für den diesjährigen Big Jump übernommen und werde mich im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung für eine Stärkung der Gewässerpädagogik einsetzen.", so Gebel.

Die Gewässerschutz-in-Badehose-Aktion ist Teil des vom 6.-12.7. stattfindenden Berlin River Camp, bei dem sich die Jugendlichen intensiv mit dem Thema Gewässerschutz befassen. “Die Spree ist Leben, das sich selbstlos gibt, so dass Du und ich leben können”, sagte Pia Mlinar aus Slowenien. “Die Spree ist nicht nur eine wunderschöne und starke Quelle des Lebens, sondern auch ein Symbol für unsere eigene Existenz. Ihre Zukunft ist unsere. Wir sind ihre Gegenwart“, so Yoav Bar Ness aus Israel.

Das Interesse an Badestellen in der Stadt belegen die „Big Jumps“ an Spreekanal, Landwehrkanal, Rummelsburger Bucht und der Insel der Jugend in den vergangenen Jahren. „Der Big Jump ist ein Zukunftsindikator“, sagte Rafael Ziegler, Koordinator des internationalen Youth Network for River Action. „Er zeigt uns, wo die Menschen Badeplätze und eine bessere Wasserqualität in der Zukunft sehen wollen.“ Beim „Big Jump“ springen in ganz Europa Menschen gleichzeitig für besseren Gewässerschutz in ihre Flüsse. Über ein Drittel der Big Jump Stellen in Europa sind jedoch keine offiziellen Badeorte nach der Klassifizierung der Baderichtlinie.

Im internationalen Blue City Index gehört Berlin zur Klasse der „ressourcen-effizienten und adaptiven“ Städte. Berlin hat jedoch noch nicht die höchste Kategorie des Index erreicht. Zu dieser gehören Städte, die weise mit ihrem Wasser umgehen (water-wise city). Berlin hat die Chance diese Spitzenposition zu erreichen und eine internationale Vorreiterrolle einzunehmen. Dazu gehört insbesondere ein Wassermanagement, das auf die Wünsche und Überlegungen der Bürger_innen eingeht und diese in die Planung aktiv miteinbezieht.

Forderungen für Gewässerschutz in Berlin anlässlich des Europäischen Flussbadetags, 2016

1. Gebt den Berliner_innen die Stadtspree zurück: ein Flussbad im Spreekanal in Berlin-Mitte sowie oberhalb eine Biotoplandschaft und ein Schilfbecken zur natürlichen Reinigung des Flusswassers. So entstünde ein Symbol für modernen Gewässerschutz mit und für die Berliner_innen mitten in der Hauptstadt. Neben diesem symbolischen Ort sollten auch weitere Orte an der Berliner Spree für ihre Flussbadetauglichkeit geprüft werden.

2. Gewässerschutz ist eine Mehrgenerationenaufgabe: Koordinationstelle für Gewässerschutzpädagogik beim Berliner Senat ansiedeln. So würde das bereits bottom-up existierende gewässerpädagogische Netzwerk Berlin gestärkt und kostengünstige eine längerfristige Einbindung der Berliner_innen in den Gewässerschutz gefördert.

3. Kein Schmutzwasser in die Spree; nach wie vor schwappt Wasser 20-30 Mal im Jahr ungeklärt aus der Berliner Kanalisation in die Spree. Auch mit Fristverlängerung der WRRL wird diese Verschmutzung der Spree nicht vollständig behoben. Daher fordern wir: geben wir der Spree endlich das Wasser sauber zurück, mit Hilfe von ausreichenden Rückhalteräumen bei Starkregen sowie einer vierten Reinigungsstufe für Kläranlagen.

4. Renaturierungskonzepte umsetzen: Für einige Berliner Gewässer, wie Panke, Tegeler Fließ und Wuhle wurden bereits Entwicklungskonzepte erarbeitet. Deren Umsetzung muss nun zügig in Angriff genommen und die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

5. Spree für alle Lebewesen: verbessert die ökologische Durchgängigkeit der Spree und ihrer Zuflüsse

6. Kooperation mit dem Land Brandenburg, um den Eintrag von Nährstoffen zu reduzieren, u.a. von Phosphat und Sulfat, aber auch um Druck auf klima- und wasserschädliche Bergbaupolitik dort zu machen.

7. Wassersolidarität: Positionierung Berlins als „Blue Community“, die sich wie die Stadt Bern (http://www.bluecommunity.ch/) für das Menschenrecht auf Wasser und den gemeinsamen Einsatz für lebendige Flüsse in Europa und weltweit einsetzt.

Source of the pictures: Berlin, den 10. Juli 2016, Pressmitteilung

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